Krafttraining
Ziele und Effekte des Krafttrainings
KRAFTTRAINING
Bedeutung des fitnessorientierten Krafttrainings
In den letzten Jahrzehnten sind die positiven Effekte des sogenannten gesundheits- und fitnessorientierten Krafttrainings bekannt geworden. Die Auswirkungen eines Krafttrainings liegen nicht nur in Bereichen der Figurverbesserung und Körpergewichtskontrolle, sondern betreffen auch Bereiche wie Prävention, Rehabilitation, Kompensation bei einseitiger sportlicher Belastung, allgemeine Leistungssteigerung und Psyche.
Das “Fitness-Krafttraining” von dem ich hier spreche, ist nicht mit dem klassischen Bodybuilding gleichzusetzen, welches eine Sportart sui generis ist. Das Ziel des Bodybuilding ist es, einen muskulösen und gleichmäßig entwickelten Körper im Wettkampf auf einer Bühne zu präsentieren. Beim Fitness-Krafttraining geht es um den Erhalt, die Verbesserung und die Wiederherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit im Alltag und im Sport.
Auswirkungen eines Krafttrainings
- Stärkung des aktiven Bewegungsapparates (Muskelsystem) einschließlich der Sehnen
- Stärkung des passiven Bewegungsapparates (Skelettsystem) durch Erhöhung der Festigkeit von Knochen, Gelenken, Bänder und Knorpel
- Beschleunigung der Rehabilitation nach Verletzungen und Erkrankungen
- Vorbeugung gegen Rückenbeschwerden
- Ausgleich bei Sportarten mit einseitigen Kraftbeanspruchungen
- Erhöhte Gelenksstabilisierung
- Steigerung der Lebensqualität älterer Menschen durch Kompensation der Kraftabnahme im Altersgang
- Verringerung des Körperfettanteils
- Korrektur von Haltungsschwächen
- Vorbeugung gegen Osteoporose
- Korrektur muskulärer Dysbalancen (Muskelverkürzungen, Muskelabschwächungen)
- Erhöhung der Beweglichkeit und Schnelligkeit
- Vergrößerung des Muskelquerschnitts
- Verbesserung einiger Herz-Kreislaufparameter
- Günstige hormonelle Auswirkungen
- Verbesserung von Stoffwechsel und Energiebereitstellung
- Zunahme der Kapillarisierung
- Verbesserte Körperentwicklung beim Kind und Jugendlichen
- Figurverbesserung
- Steigerung von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl
- Verbesserung der Stimmung und des Wohlbefindens
- Entwicklung von Körperbewusstsein und Verbesserung der Körperwahrnehmung
Einsatzbereiche eines Krafttrainings
Da die Kraft für fast alle Sportarten eine Basisfunktion einnimmt, ist das Krafttraining im Leistungssport seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Trainingsprogramms. Auch bei Ausdauersportarten wie zum Beispiel dem Langstreckenlaufen ist der Wert eines ergänzenden Krafttrainings zum Zweck der Leistungssteigerung erkannt worden.
Ganz allgemein bildet ein gesundheitsorientiertes Krafttraining einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Prävention, da ein großer Teil unserer Zivilisationskrankheiten (degenerative Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit, unspezifische Rückenschmerzen, Depressionen, etc.) mit dem alltäglichen Bewegungsmangel zu tun haben.
Eine besondere leistungsstabilisierende Bedeutung wird dem Krafttraining im Altersgang beigemessen, indem gewisse altersphysiologische Prozesse verzögert werden. Die Muskelmasse nimmt mit zunehmendem Alter ab, wobei der Faserverlust bereits mit dem 25. Lebensjahr beginnt. Zwischen dem 30. und 80. Lebensjahr geht etwa ein Drittel der Muskelmasse verloren. Die Folgen sind erhebliche Einbußen in der Lebensqualität sowie erhöhte Sturz- und Verletzungsgefahr, Rückenbeschwerden und Osteoporose, um nur einige zu nennen.
Des Weiteren ist mit zunehmendem Alter häufig auch eine Gewichtszunahme verbunden, womit die Diskrepanz zwischen Fettzunahme einerseits und Muskelabnahme andererseits fortlaufend im Steigen begriffen ist. Durch Krafttraining verschiebt sich das Verhältnis von Fett- und Muskelanteil im Gewebe zugunsten der Muskulatur, was auch eine Erhöhung des Ruhe-Kalorienverbrauchs zur Folge hat.
Weitreichende Anwendungsmöglichkeiten eines Krafttrainings finden sich im Bereich der Rehabilitation nach Verletzungen oder operativen Eingriffen am Bewegungsapparat (Bandscheibenvorfälle, Knochenbrüche, Bänderrisse, etc.). Ein gezieltes Krafttraining ist auch zur Linderung von Rückenbeschwerden, zum Ausgleich eines Hohl- oder Rundrückens, bei Beschwerden im Kniegelenk und zur Vorbeugung und Therapie von Osteoporose und Inkontinenz sinnvoll.
Aus all dem ergibt sich, dass ein fitnessorientiertes Krafttraining nicht nur in der Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit seine Berechtigung hat, sondern ganz allgemein eine Frage der Lebensqualität ist.

