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Meditation, Liebe und Individualität

Zum Verständnis unseres Weges

Meditation, Liebe und Individualität

Meditation bringt die inneren Qualitäten eines Menschen zum Vorschein. Jeder Mensch ist einzigartig und in seinem inneren Wesen göttlich. Diese lichtvollen Eigenschaften sind aber verhüllt und müssen bewusst geweckt und kultiviert werden.

Eine Lichtquelle ist von Vorhängen umgeben. Das innere Licht scheint immer, doch die Vorhänge in Form von negativen Gedanken, Gefühlen und Charaktereigenschaften dämpfen es. Alles hängt davon ab, ob der Mensch die Bereitschaft und innere Reife entwickelt, dieses Licht zu suchen. Diese Suche ist jedoch mit innerer Transformation verbunden. Der Mensch muss seine Ich-Bezogenheit überwinden, er muss von seiner menschlichen Persönlichkeit zu seiner göttlichen Individualität gelangen. Ein schwieriges Unterfangen!

Voraussetzung ist, dass wir unser Glück nicht in oberflächlichen und kurzfristigen Vergnügungen suchen, sondern eben in den tieferen Schichten unseres Wesens. Doch allein diese Erkenntnis scheint den meisten Menschen verwehrt zu sein. Der Mensch ist sich seines wahren Selbstes entfremdet, er lebt weitgehend unbewusst. Weltliche Aufgaben bestimmen seine Tage und er definiert sich durch seinen Besitz anstatt in sich selbst zu ruhen.

Zusammengefasst lassen sich drei Symptome dieser verkehrten Entwicklung beobachten: 1) Die Loslösung des Menschen von seiner Quelle. 2) Die Annahme von negativen Charaktereigenschaften. 3) Die Suche nach Befriedigung in allem, außer in sich selbst.

Was ist die Ursache für diesen Zustand? Sie liegt darin begründet, dass wir von Natur aus unerfüllt sind. Diese grundlegende Erfahrung des Unvollständigseins hat die Angst geschaffen. Aus dieser Angst heraus hat sich das Verlangen nach Liebe entwickelt. Liebe ist das Streben nach Vereinigung, nach Einssein. Dies ist der stärkste Trieb, das größte Verlangen des Menschen. Für gewöhnlich versucht der Mensch diese fundamentale Leidenschaft durch eine Partnerschaft zu befriedigen. Diese Form der Liebe wird als “emotionale Liebe” bezeichnet. Die Problematik der emotionalen Liebe ist mehrfacher Natur: zum ersten haftet ihr die Tendenz der Ausschließlichkeit an, das heißt, ich liebe nur den Partner, andere Menschen gehen mich nichts an; zum zweiten kann diese Liebe nicht ewig bestehen; zum dritten birgt sie die Gefahr von Enttäuschung in sich.

Die Lösung des Problems der Liebe wie überhaupt unseres Daseins liegt nun in der göttlichen Liebe. Wie die menschliche (emotionale) Liebe, so entspringt auch die Liebe zu Gott dem Bedürfnis nach Einheit. Hier versucht der Mensch sein Verlangen nach Erfüllung mittels Gebet und Meditation zu verwirklichen. Das überraschende Resultat dieser “spirituellen Liebes-Praxis” ist nun, dass wir mit der Zeit fähig werden, alle Menschen gleichermaßen zu lieben. (ich behaupte also nicht, dass dies von heute auf morgen möglich ist) Durch die Meditation auf das spirituelle Herz dehnen wir unser Mitgefühl aus und wir erhalten ein Gefühl der Verbundenheit mit den Menschen um uns, egal ob das Verwandte, Freunde oder “Fremde” sind. Das ist deswegen so, weil wir alle Teile des einen höchsten, göttlichen Bewusstseins sind.

Das letzte Ziel dieser Entwicklung ist sowohl die Wiederentdeckung unserer Verbundenheit mit der eigenen göttlichen Quelle als auch das Einssein mit allen Geschöpfen des Universums.

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