Annett Pauls Homepage
Mein Name ist Annett Paul.
Auf den Fotos stehe ich inmitten von Musikinstrumenten wie Klangschalen, Percussion, Trommeln, Flöten aller Art. Diese Instrumente haben mich rund sieben Jahre begleitet, als ich in einem einzigartigen Geschäft namens „Gandharva Loka“ arbeitete. Dort habe ich Musik- und Klanginstrumente aus aller Welt verkauft. Es war eine sehr bereichernde Zeit für mich, da ich viel über andere Kulturen gelernt habe und dadurch eine neue Art, Musik und Klänge wahrzunehmen. Das Geschäft in Nürnberg, das ich geleitet habe, gibt es leider nicht mehr, aber in Zürich, Salzburg, Wien und Graz kann man immer noch den faszinierenden Reichtum der Musikinstrumente bestaunen. Dass ich hier gleich als erstes auf die Instrumente zu sprechen komme, zeigt nur, wie sehr sie mir ans Herz gewachsen sind.
Die Zeit im „Gandharva Loka“ war ein wichtiger Abschnitt in meinem spirituellen Leben. Musik und Kunst spielen weiterhin eine große Rolle für mich, da sie mit dem Leben der Meditation eng verbunden sind und helfen, mit anderen Wirklichkeiten in Kontakt zu kommen und ihnen Ausdruck zu verleihen.

1990 war für mich ein entscheidendes Jahr im Leben: die Wende in der DDR, wo ich aufgewachsen bin, bedeutete auch für mich eine tief greifende Wende. Meine lange Suche nach dem tieferen Sinn im menschlichen Dasein fand nach vielen Irrungen und Wirrungen endlich ihr positives Ende. Ich hatte das Glück, den richtigen Menschen und den richtigen Büchern zu begegnen, die mir die Augen öffneten, dass Spiritualität für mich der einzig richtige Weg war. Es begann mit der Anthroposophie, die mich mit ihren pädagogischen und künstlerischen Ansichten begeisterte. Und so beschloss ich, in Nürnberg Eurythmie zu studieren, eine ziemlich unbekannte Bewegungskunst, die aber bei näherem Kennenlernen eine Tiefe und Mannigfaltigkeit offenbart, die man bei vielen anderen Künsten heutzutage vergeblich sucht. Leider fristet sie ein Mauerblümchendasein, da die Eurythmie es bislang nicht vermocht hat, in der Kunstwelt auf breiter Basis anerkannt zu werden. Ich habe von den 3 Jahren Studium jedoch enorm profitiert und bin bis heute für diese Zeit dankbar.
Kaum war ich also in Nürnberg und glaubte meinen geistigen Weg gefunden zu haben, da begegnete mir auch schon der nächste, der sich als der Weg herausstellen sollte. Im September siedelte ich nach Nürnberg um, im Oktober wurde ich Schülerin von Sri Chinmoy. Und bin es bis heute geblieben. Warum?
Im Leben gibt es soviel Veränderungen, man beginnt etwas und lässt es kurze Zeit wieder fallen. Auch ich habe mich für so vieles begeistert und es dann wieder aufgegeben. Aber nicht die Meditation, nicht das spirituelle Leben, nicht meinen spirituellen Meister Sri Chinmoy. Hier habe ich etwas gefunden, das Bestand hat, das allen Wandel überdauert. Hier ist die feste Burg, die auf Fels gebaut ist und nicht auf Sand (Jesus hat es so ähnlich geäußert). Wann immer ich mich entscheiden musste, mich von etwas zu lösen, immer wusste ich tief im Herzen, dass mein Leben mit Sri Chinmoy das ist, was ich nicht aufgeben kann. Hier berühre ich die Ewigkeit, ein ewiges Band, das alle Veränderungen übersteht. Das habe ich gesucht und das habe ich gefunden.
Neben diesem Wissen ist es aber vor allem die Freude des inneren Lebens, welche eine tiefere Qualität hat als alles andere. Die Freude, die aus äußerem Vergnügen stammt, ist nur von kurzer Dauer. Die Gefühle, die einer guten Meditation entspringen, sind intensiv, subtil und erfüllend. Sie hinterlassen keinen bitteren Nachgeschmack. Sie entfachen stattdessen das innere Feuer weiterzusuchen, noch mehr in die Tiefe zu dringen und das, was man bislang nur vorübergehend erlebt, zum Dauerzustand werden zu lassen.
Aber, langer Rede kurzer Sinn – Meditation muss man tun, um zu erfahren, was sie kann und bewirkt. Probiert es aus!
Auch als Vegetarier braucht man nicht auf Gaumenfreuden zu
verzichten (so wie hier im "Vegetasia" in Wien)!
Aber ihr braucht nicht denken, dass Essen für mich das Wichtigste im Leben ist. O nein! Das sind vielmehr Spiritualität, Kunst und Musik, die Schönheit der Natur und Kreativität. Etwas Schönes und Tiefgehendes zu erschaffen macht mich in der Tat am glücklichsten. Ob dies bedeutet, ein Gedicht zu schreiben oder ein Bild zu malen, oder ein Schaufenster zu dekorieren, ob es bedeutet, ein Theaterstück zu inszenieren oder mit anderen zu musizieren - wann immer ich schöpferisch sein kann, bin ich zutiefst erfüllt und glücklich.
Das habe ich nicht zuletzt meinem spirituellen Leben zu
verdanken. Gewiss habe ich einige Begabungen mitgebracht, aber
ich hätte sie nie so zum Vorschein bringen können, wenn
ich nicht angefangen hätte zu meditieren. Wenn ich nicht in
der Gesellschaft von Menschen leben würde, die wie ich nach
der Quelle tieferen Seins suchen und nach einer Art von
Glück, das Bestand und Dauer hat. Ich brauche das Vorbild
von Menschen, die mich durch ihr eigenes Beispiel inspirieren.
Durch sie finde ich zu meiner eigenen Kreativität, durch sie
kann ich mich vervielfältigen.
Mein Meister Sri Chinmoy steht natürlich an erster Stelle.
Durch seine innere und äußere Führung verwandelt
sich meine Verzagtheit in Selbstvertrauen, meine Schwäche in
Stärke, mein Suchen in Finden. Durch ihn hat sich mein Leben
rundum erneuert. Und erneuert sich in jedem Augenblick.
Spiritualität ist für mich Werden und Wachsen; sie
ist ein Prozess, der nie zu Ende geht, der aber immer
höheren Zielen zustrebt.
Spiritualität ist für mich das Rückgrat in meinem
Leben geworden. Sie ist für mich der unauslöschbare
Durst nach Vollkommenheit und höchstem Glück.
Das heißt nicht, dass ich jeden Tag wirklich glücklich
bin. Nein, es heißt, dass ich mich jeden Tag danach sehne,
dauerhaftes Glück zu erlangen. Ich muss mich darum
bemühen; manchmal fasse ich einen Zipfel, manchmal nicht,
aber immer lerne ich mich ein bisschen besser kennen und wachse
ich ein Stück über die Person hinaus, die ich zu sein
glaube. Und das ist es, was Sri Chinmoy Selbsttranszendenz nennt:
das Überschreiten der eigenen Grenzen. Dieses Wachstum
schließlich macht uns glücklich(er), bis wir eines
Tages in ein anderes Wesen hineingewachsen sind, frei von
menschlicher Kleinheit: in Gott.
"True inner joy is self-created. It does not depend on outer circumstances." Sri Chinmoy
Anbei findet ihr einige schöpferische Momente als Ausdruck meiner Suche nach diesem göttlichen Wesen. (Normalerweise habe ich Mühe, Gedichte zu schreiben, aber manchmal kommt eins vorbeigeflattert und lässt sich aufs Papier bannen…)

