Die Fahrt nach Obermenzing
Eines abends musste ich mit der S-Bahn von Laim nach Obermenzing fahren. Dies ist genau eine Station, weil Obermenzing direkt nach Laim kommt.
Ich war ziemlich spät dran und bemerkte an der Laimer S-Bahn, dass meine Streifenkarte bereits voll war. „So ein Mist, jetzt muss ich wegen der einen Station eine neue Streifenkarte kaufen.“, dachte ich mir. Ich ging zum Automaten um eine neue Streifenkarte zu kaufen als mir klar wurde, dass ich gar keine 12 Euro für eine neue Streifenkarte dabei hatte. Ich überlegte mir, wo der nächste Geldautomat war, doch der war zu weit weg, denn die S-Bahn fuhr schon in wenigen Minuten. Ich beschloss in Obermenzing Geld zu ziehen und dort eine Streifenkarte zu kaufen und bis dahin schwarz zu fahren. „Also gut, es wird nicht so schlimm sein, wenn ich diese eine Station mal ohne Fahrkarte fahre. Ich habe ja sonst immer eine Karte.“, beruhigte ich mein Gewissen und stieg in die S- Bahn ein.
Nachdem die S-Bahn los fuhr, stellte ich voller Entsetzen fest, dass ganz am anderen Ende des Ganges zwei Kontolleure unterwegs waren. „Supreme, das kann doch nicht sein! Jetzt habe ich einmal keine Karte! Das gibt es ja wohl nicht!“ Doch ich hatte Hoffnung. Ich dachte mir ich fahre ja eh nur eine Station. Vielleicht bin ich ja draußen bevor sie mich erwischen und da sie noch so weit weg waren, fand ich das realistisch. Doch bis Obermenzing fährt man ca. 6 Minuten. Die Kontrolleure kamen näher und näher und ich wurde nervös. „Supreme, Du musst jetzt was machen, das wird eng!“ , betete ich zum Supreme,“ bitte lass mich wegen einmal schwarz fahren nicht gleich erwischen, ich habe ja sonst immer eine Karte, nur heute nicht. Bitte sei nicht so streng mit mir. Bitte mach das die S-Bahn schneller fährt, dass ich noch rauskomme....Supreme, bitte fahr schneller !!!“
Die Kontrolleure kamen näher und ich wurde nervöser! „Supreme, dass kann doch nicht Dein Ernst sein! Wegen diesem einen Mal! Bitte mach was dagegen! Du kannst dieses Malheur so leicht abwenden. Du kannst die S- Bahn schneller fahren lassen oder Du kannst sie irgendwie aufhalten. Können sie nicht jemanden anderen erwischen. Ich will nicht!“ Die Kontrolleure kamen näher und näher.
„Supreme, mach was! Sie sind gleich da. Bitte hilf mir. Ich will nicht erwischt werden. Das hab ich nicht verdient. Bitte mach doch endlich was, sie sind gleich da und ich will nicht erwischt werden.. SUPREME, mach doch endlich was. Du kannst so leicht was machen!
Die Kontrolleure waren fast da. Ich wurde ganz schön sauer auf den Supreme. Ich war fest davon überzeugt, dass er mir ganz leicht helfen konnte, wenn er wollte. Und dass er mich anscheinend erwischen lassen wollte fand ich sehr kleinkariert, denn ich hatte ja sonst immer eine Karte. Ich konnte es einfach nicht glauben: wegen dieser einen Station! Die Kontrolleure waren jetzt eine Sitzgruppe vor mir. Enttäuscht und etwas beleidigt nahm ich meinen Ausweis aus der Tasche und streckte ihn den Kontrolleuren entgegen.
„Supreme, Du hättest so leicht was machen können. Aber wenn es denn so sein soll: Lass Deinen Willen geschehen. Grrrrr...!
Doch dann geschah etwas sehr Ungewöhnliches. Der Kontrolleur nahm meinen Ausweis und schaute mich mit großen Augen an. „ Wieso hast Du denn keine Karte?“ fragte er mich. Ich schaute in total verdutzt an und sagte: „Ähm, äh ich hatte keine Zeit mehr eine zu kaufen“. Er beugte sich zu mir und fragte mich leise: „Hattest Du keine Zeit oder hattest Du kein Geld?“ Ich sagte: „Äh, Geld hatte ich auch keines.“ Daraufhin antwortete er: „Ok, dann lass mal gut sein!“ Er gab mir den Ausweis zurück und schleifte seinen Kollegen weiter. Ich war völlig baff!
„Das ist ja der Wahnsinn! Supreme! Das Du das so auch regeln kannst, wäre ich ja niemals gekommen. Das die einen laufen lassen, dass hab ich ja noch nie gehört! Supreme ich hab ja gewusst, dass Du mir leicht helfen kannst, aber dass Du das so regelst, hätte ich mir nie träumen lassen....Wahnsinn....Supreme, Du kannst echt alles tun.....Supreme...ich liebe Dich so sehr....danke, dass ich Dein geliebtes Kind bin.“
Mit einem Riesen-Smile stieg ich aus der S-Bahn aus.

