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Members Kai Keller Die Religion des Jainismus - das Leben ehren
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Die Religion des Jainismus - das Leben ehren

    "Ich verbeuge mich vor den Erleuchteten.
      Ich verbeuge mich vor den befreiten Seelen.
        Ich verbeuge mich vor den spirituellen Anführern.
          Ich verbeuge mich vor den gelehrten Vorfahren.
            Ich verbeuge mich vor den Heiligen und Weisen überall auf der Welt."
            Dieses Gebet ist das berühmte "Namaskar Mantra" oder "Wort der Ehrerbietung" des jainistischen Glaubens. Diese Religion ist dafür bekannt, das Leben in all seinen vielen verschiedenen Daseinsformen zu ehren. Zudem sind völlige Harmonie mir der Umwelt und eine ganzheitliche Liebe für die gesamte Schöpfung wichtige Grundsätze der Religion des Jainismus.
              Die Ursprünge des Jainismus.
                Der Jainismus hat eine sehr lange Tradition, so dass man nicht wirklich von einem Gründer sprechen kann. Ähnlich dem tibetanischen Buddhismus gibt es aber eine gerade Linie von verschiedenen Lehrern, die in stetigen Wiederinkarnationen auf der Erde gewirkt haben - die so genannten Tirthankaras. Tirthankara bedeutet in seiner Übersetzung: "Derjenige, der einen Weg findet den Ozean des Leidens zu überqueren" oder auch "Entdecker des Pfades". Bisher haben sich 24 solcher Tirthankaras inkarniert. Der erste davon war Rishabha, der zu Anbeginn der menschlichen Zivilisation lebte. Lord Mahavira ist der 24. und bisher letzte Tirthankara. Er wurde vor über 2600 Jahren geboren, nur 32 Jahre vor Buddha. Und obwohl er und Buddha sogar aus der gleichen Provinz stammten, sind sie sich nie begegnet, wussten aber voneinander. Lord Mahavira, so sagen die Jainisten, ist die letzte Verkörperung eines Tirthankaras in diesem Zeitenzyklus. Durch ihn wurde die jetzige Ära beendet.
                  Die Philosophie des Jainismus.
                    Die Religion des Jainismus beschreibt die Welt als vielfältige, sich stetig wechselnde Realität. Dabei kann es unendlich viele Anschauungen und Gesichtspunkte geben, abhängig von Zeit, Ort, Umgebung und Entwicklung des Einzelnen und dem was er betrachtet. Durch diesen philosophischen Ansatz, sowie dem Bestreben nach Harmonie, entstand das religiöse Lehrgebäude der "Syadvada" oder "Relativität", welches besagt, dass die Wahrheit vom Standpunkt der Betrachtungsweise abhängt. Was dem einem als Wahrheit erscheinen mag, kann von einem anderen Blickwinkel aus gesehen falsch sein. Die letztendliche Wahrheit kann daher nicht von einem bestimmten Ausgangspunkt her erfasst werden, sondern ergibt sich aus der Summe aller Anschauungen durch welche sich das Universum zusammen setzt.
                      Leben geben und nicht Leben nehmen ist, gemäß dem spirituellen Lehrer und Yogi Sri Chinmoy, die Quintessenz des Jainismus. Wenn man diese, auf Relativität begründete, Philosophie betrachtet, ist auch das folgende Zitat sehr interessant und aufschlussreich: "Ich weiß nicht, ob es so etwas wie Wiedergeburt gibt oder nicht, oder Leben nach dem Tod. Aber wenn es wahr sein sollte, würde ich gerne in Indien als Jainist wiedergeboren werden." Diese Worte sprach niemand geringeres wie der große Albert Einstein, der Entdecker der Relativitätstheorie.
                      page created by Kai Keller last modified 2007-09-19 12:43 PM

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