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Mystisches Indonesien: Der alte Kaiserpalast von Yogyakarta

Mystisches Indonesien: Der alte Kaiserpalast von Yogyakarta.

Etwa auf der Höhe des Äquators gelegen, befindet sich die alte Kaiserstadt Yogyakarta - ganz im Süden der größten indonesischen Insel Java. Sie ist ein Kleinod von großer kultureller und historischer Bedeutung. Von hier aus sind es nur ungefähr 40 Autominuten zur gewaltigsten buddhistischen Tempelanlage in einem nicht-buddhistischen Land: Borobudur. Über der Stadt thront in einsamer und luftiger Höhe majestätisch der noch tätige Vulkanberg Merapi, welcher seine ganz eigene uralte Sprache spricht. Eine Sprache aus Feuer und Rauch.

Der alte Kaiserpalast von Yogyakarta.

Fremdartige Klänge künden schon aus einiger Entfernung den alten Kaiserpalast an. Beim Näherkommen verdichten sie sich zu exotischen und ungewöhnlichen Tonspielen: Gamelan-Musik. Alles wirkt auf den ersten Augenblick etwas surrealistisch, jedoch nicht ohne einen gewissen Charme und Zauber, der dem Unbekannten oft innewohnt. Hier steht er also in seiner scheinbar nie veränderten Ursprünglichkeit: der alte Palast vieler indonesischer Monarchen.

Der Kaiserpalast: Ein Stätte der Ruhe.

Dazu muss man wissen, dass vor langer Zeit von Yogyakarta aus, dem Herz der Insel Java, das weite Land regiert wurde. Und irgendwie ist die Stätte des Kaiserpalastes ein Eiland der Stille geblieben, inmitten der hektischen Betriebsamkeit einer großen Metropole. "Musik kommt der Meditation am nächsten", sagt der spirituelle Lehrer Sri Chinmoy und so ist auch die Gamelan-Musik der Vorbote einer tiefen Ruhe, die den Besucher beim Betreten dieses alten Palastes plötzlich überkommt. Es gibt viel zu sehen. Die ganze Anlage scheint keine festen Mauern oder gar verschließbaren Türen zu kennen. Alles ist dem Prinzip der Offenheit untergeordnet, welches sich wie von selbst aus dem immer warmen, äquatornahen Klima ergibt.

Der Vulkan Merapi erhebt sich über Yogyakarta.

Hoch über der Stadt und dem alten Kaiserpalast von Yogyakarta, ragt der Gipfel des noch tätigen Vulkanberges Merapi in einsamer Höhe empor. Nur ganz selten, meistens in den frühen Morgenstunden, ist seine Spitze zu sehen, der sich sonst in einem Meer von Wolken befindet. Hin und wieder sind auch einige Rauchfontänen erkennbar, die sich spielerisch mit den zahllosen, umher wandernden Wolken vereinen. In folgendem Gedicht wird diese Charakteristik des Merapi beschrieben.

Merapi

"Der Berg Merapi über grünen Dächern, umkreist von wolkengleichen Nebelschwaden -
Vulkanverspielte rauchig weiße Saaten, dem blauen Horizont entgegen fächern.
Des kurzen Augenblickes freier Gipfel, getaucht ins helle Licht des Morgenhimmels,
Erstrahlt im Glanz des gleißend Bergesschimmels und galoppiert bis nah der Baumeswipfel.

Momente, die ganz schnell vorüber gehen - die Sonne steigt am klaren Firmamente.
Und Morgenwinde neue Dünste wehen, ein blauer Anfang hat ein weißes Ende.
Denn so wie Lavahügel heiß entstehen, entsendet Hitze neue Wolkenbände."


Yogyakarta ist eine vollkommene Sinfonie aus Ruhe und Lebendigkeit, aus Feuer und Rauch, und wird deshalb nicht von ungefähr die Perle Javas genannt - das Tor zum wirklichen Indonesien.

(siehe auch vom gleichen Autor: http://www.srichinmoybio.co.uk/deutsch/)
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