Mein zweiter Ironman
von Purna-Samarpan. Am 8.08.04 in Glücksburg an der Ostsee konnte ich in 12:53h finishen.
Meinen ersten Ironman Start hatte ich 2002 auf der gleichen
Strecke, damals waren die äußeren Bedingungen jedoch
wesentlich schlechter als diesmal. 2002 musste die Schwimmstrecke
verkürzt werden, da die Wassertemperatur nur 15,5 C
betrug.
Dieses Jahr war das Wetter traumhaft heiß, Wasser 21°
C, Luft bis 32° C, Wolkenloser Himmel. Es war sogar ziemlich
heiß, insbesondere auf dem Rad, wo es kaum Schatten gab.
Die Ironman- Distanz im Triathlon beträgt, 3,8km Schwimmen,
180km Einzelzeitfahren und einen Marathon (42,195 km). Die
Distanz wurde auf Hawaii erfunden, wird mittlerweile bei
lizenzierten und anderen Veranstaltungen ausgetragen. Ich
startete beim Ostseeman, ohne Lizenz für Startplätze in
Hawaii. Das Zeitlimit betrug 15h, Startzeit war um 7:00 morgens
am Strand mit einem Massenstart. Massenstarts sind lustig, man
läuft hier mit 400 anderen Schwimmern gemeinsam ins Wasser
und versucht irgendwie die ersten paar hundert Meter zu
überstehen, ohne allzuviel Wasser zu schlucken, Arme ins
Gesicht zu bekommen oder Tritte einstecken zu müssen.
Irgendwann hat sich dann das Feld auseinandergezogen und man kann
beginnen sich auf das Schwimmen und auf die Orientierung zu
konzentrieren. Das Schwimmen wurde auf einem 1,9 km langen
Rundkurs geschwommen, d.h. man muss sich beim Schwimmen nach
Bojen orientieren, um den kürzesten Weg zu
schwimmen.
Ich war recht gut in Form, der Neoprenanzug
erleichterte das Schwimmen und so konnte ich nach 1:18 h das
Wasser wieder verlassen.
Dann schnell zum Fahrrad laufen, so gut es die Beine nach dem
Schwimmen erlauben. Den Neoprenanzug aus, die Radsachen an und ab
geht’s auf die Radstrecke, damit die Kleidung
möglichst schnell trocknet. Die Radstrecke war ein Rundkurs
über 30km der sechsmal zu durchfahren war. Die Radstrecke
war anspruchsvoller, als man in Schleswig- Holstein erwarten
würde, pro Runde waren 200 Höhenmeter zu
bewältigen, außerdem wehte ein böiger Wind der
mit jeder Radrunde zunahm. Es gab zwei Verpflegungsstellen, wo
man neue Trinkflaschen und Energieriegel bekam. Ich habe pro
Runde ca. 3 Flaschen getrunken, d.h. allein 10l auf dem Rad. Die
Stimmung an der Strecke war zwischen den Orten angenehm ruhig,
wenn es durch Orte ging und insbesondere in der Nähe der
Wechselzone war eine tolle Stimmung. Die Namen der Fahrer wurden
über Lautsprecher genannt und man wurde angefeuert. Im
Windschatten fahren ist verboten, man ist also ganz auf sich
gestellt. Nebeneinander fahren ist erlaubt, wenn man sich zum
Beispiel unterhalten will. Radfahren ist neben dem Laufen meine
liebste Disziplin, man fährt recht schnell und ich komme
sehr gut in ein" flow-gefühl". Die 30km Runde war eine
ideale Länge für mich, es fiel mir nämlich gar
nicht so auf wie weit ich schon gefahren bin. Erstaunt war ich
jedoch, als mich der Führende mit einer riesen
Geschwindigkeit in der 2. Runde überrundete, er brauchte
jedoch auch ca. 1,5h weniger als ich für die Radstrecke. Ich
hatte jedoch ein Problem, das mir völlig neu war, meine
Füße taten weh, sie fühlten sich an den Seiten
an, als wären sie eingeschlafen.
Vermutlich hatte ich mir beim
Schwimmen einen Nerv im Rücken geklemmt , der dann auf die
Füße ausstrahlte. Ich musste deswegen relativ aufrecht
auf dem Rad sitzen und versuchte durch Entspannungs und
Atemübungen den Schmerz zu lindern. Leider mit
mäßigem Erfolg. Glücklicherweise ging dieses
unangenehme Gefühl nach der ersten Laufrunde vorbei.
Nach 6:27h auf dem Rad war ich froh auf den letzen Abschnitt
gehen zu können: den Marathon.
Mit Sri Chinmoys Worten: Rest is
change of activity.
Die Laufstrecke war zwar sehr hügelig, jedoch
größtenteils im Schatten. Der Marathon war für
mich die größte Unbekannte, ich war zwar im April neue
persönliche Bestzeit gelaufen, hatte jedoch Ende Mai einen
Bänderriss im Sprunggelenk und musste 6 Wochen auf das
Laufen verzichten. Dadurch konnte ich zwar mehr Radfahren und
Schwimmen, das half dem Laufen jedoch nicht all zu viel. Doch
zurück zum Marathon, ich ging um 14:45h auf die Laufstrecke.
Die ideale Zeit um bei über 30°C einen Marathon zu
starten! Es wurde auf einem 8,4 km Rundkurs gelaufen, der
folglich 5 Mal zu durchlaufen war. Sehr schöne Strecke,
teilweise direkt am Strand entlang, wo sich Touristen und
Einheimische in der Sonne brutzeln ließen oder im Wasser
eine Abkühlung suchten. Wie schon erwähnt waren die
Schmerzen in meinen Füßen nach der ersten Runde fort.
In der 2. Runde hatte ich noch Hoffnung auf einen schnellen
Marathon, musste in der 3. Runde jedoch die ersten Gehpausen
einlegen und sah ein, dass Lauftraining ein wichtiger Faktor
für einen schnellen Marathon ist. Ich kam schließlich
mit einem 5 h Marathon glücklich in das Ziel. Mein
Sprunggelenk hatte gut gehalten und ich hatte während des
ganzen Tages enorm viel Freude und Frieden gespürt. Ich
liebe Wettkämpfe aber gerade die etwas längeren haben
einen sehr positiven Einfluß auf mich, der Wettkampf war
für mich definitiv eine meditative Erfahrung.
Am Besten drückt Sri
Chinmoy meine Triathlon Erfahrungen aus:
I swim in the sea of silver light,
I cycle along the road of gold delight and
I run with the smile of the beyond.
Der Ironman war für mich
immer ein Traum seit ich vor ein paar Jahren mit dem
Ausdauersport anfing. Es dauerte einige Jahre bis ich mich an den
Start getraut habe, war dann jedoch überrascht wie gut es
ging und daß ich sogar weniger geschafft war, als nach
einem Marathon am Limit. Den größten Respekt hatte ich
vor der Schwimmstrecke, ich habe deswegen vor ein paar Jahren
extra im Schwimmverein Schwimmtraining absolviert, insbesondere
die Kraul-Technik. Danach habe ich dann in kürzeren
Triathlons Erfahrungen gesammelt. Natürlich gibt es noch
längere Triathlons und wer weiß wo die Reise noch
hinführt. Nächstes Jahr möchte ich aber versuchen
auf der Ironman Distanz schneller zu werden.
Eine große Überraschung an der Strecke: Sri
Chinmoys Lauf Gedichte waren an der Lauf-Strecke aufgestellt, ca.
10 verschiedene auf großen Aquarell- Bildern, ich habe noch
nicht herausgefunden, wer sie dort aufgestellt hat, aber die
Inspiration war groß.
Homepage der Veranstaltung
(www.ostseeman.de)
Purna-Samarpan

